Schräge Show im magischen Licht

WIESENTHEID

Das Varieté for Charity begeisterte die Zuschauer mit Musik und atemberaubender Akrobatik

Sie stand direkt im Eingangsbereich an der Sektbar und überragte, ohnehin schon großgewachsen, auf hochhackigen Schuhen ihre Gäste: Mechthild Lavette, Gastgeberin und Organisatorin des „Varieté for Charity“. Minuten später tauchte sie als Thomas Sauerbrey mitten im Publikum auf und sang mit Steffi List und Christian von der Inklusionsband „Mosaik“ das Eingangslied, um Minuten später wieder Mechthild zu sein. Die fünfeinhalb Stunden dauernde Varieté-Show vor 450 wie immer restlos begeisterten Zuschauern lief in den bekannten Bahnen ab.

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An dem Abend wurden auch Lose für eine Tombola verkauft. Erster und zweiter Preis waren eine Ballonfahrt, dritter Preis war ein Wochenende mit einem Audi Quattro. Der Erlös der Tombola wird für die Restaurierung der Kirche St. Mauritius in Wiesentheid gespendet.

„Normal“ deshalb, weil es das erste Mal war, dass Thomas Sauerbrey als Mann die Show eröffnete und sich – Gott sei Dank – wieder in Mechthild verwandelte. Und Gott sei Dank bleibt es auch dabei, dass „Mosaik“ zum „Inventar“ gehören, wie es Steffi List treffend feststellte.

Schon mit ihrem ersten Auftritt riss die Gastmoderatorin Maria Crohn ihr Publikum quasi an ihre Brust. Sie war der eigentliche Star des Abends, witzig, charmant und um keine Antwort verlegen. Natürlich gehörten zotige Witze ebenso dazu wie die ständig wechselnden Kostüme, mal schrill-schräg, mal schlicht-glitzernd, und jedes ein Blickfang für sich. Für ein blau-weißes Kostüm gab es so viel jubelnden Beifall, dass Maria allein dafür ein zweites Mal auf die Bühne kam.

 

Als Eisbrecher spielte die Band „Mosaik“, und sie ist den Kinderschuhen schon längst entwachsen. Nur noch Coversongs zu spielen ist nicht mehr genug, die Band stellte ihre erste CD vor, und auf der gibt es nur selbstgeschriebene Lieder. Etwa das von Manuel gesungene „Tanz mit mir“, was der junge Mann auf der Bühne auch eindrucksvoll umsetzte. Oder ein Lied über Liebeskummer von Jeanette und der Rap von Freddy.

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Jede Umbaupause, die die Moderatorin überbrückte, war ein Genuss für sich. Maria Crohn sang mit einer so volltönenden Stimme, dass ein Mikrofon fast nicht notwendig gewesen wäre, und sie lieferte sich immer wieder witzige Wortgefechte mit ihren Zuhörern. Wer als Mann in der ersten Reihe saß, so wie Paul, fiel ihr natürlich besonders auf. Beim Auftritt des Gesangsduos Fabjules, Fabian Scheuerlein und Julian Pecher, schoss ihr aufgrund des jugendlichen Alters der Künstler „gleich die Muttermilch in die Brust“. Und weil sie während der Zugabe schon auf der Bühne war, hielt es sie auch nicht im Hintergrund. Vielmehr tanzte sie gekonnt zur fetzigen Musik mit und gab dem Auftritt von Fabjules damit das notwendige Flair.

Mit seiner Lichtshow faszinierte Klaus Mayr alias Kaa seine Zuschauer so sehr, dass die sich wirklich an seine Bitte hielten, ohne Blitz zu fotografieren. Jedes Blitzlicht hätte die magische Wirkung der digitalen Lichtjonglage zerstört. Monsieur Chapeau balancierte derart wagemutig, dass es für den Aufbau fast keine Worte der Beschreibung gibt. Der Untergrund waren schief wirkende Koffer, darauf ein Brett und darauf mehrere Metallrollen auf denen der Künstler balancierte.

Alexander Merk verblüffte erst durch Gedankenlesen und später mit einem Zaubertrick, bei dem er ein beschriftetes Tuch erst verschwinden und in einer LED-Lampe wieder erscheinen ließ. Emil Kusmirek tanzte nicht nur, sondern brachte auch mehreren Zuschauern (und der Moderatorin) auf der Bühne die Grundschritte des Steptanzes bei. Und die Crazy Floor Jumpers aus Hallstadt, eine Truppe junger Frauen und Mädchen, machte die Bühne der Steigerwaldhalle zu ihrer Trainingsarena.

Am Ende der Show, beim Schlusslied von Mechthild Lavette, stand erneut das Thema Toleranz im Mittelpunkt. Stück für Stück verwandelte sich Mechthild Lavette wieder in Thomas Sauerbrey, was den gefühlten 20. jubelnden Applaus des Abends mit sich brachte.

Quelle: Main Post
Bericht von Guido Chuleck
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